Von der Idee zur Infrastruktur: Die Entwicklung eines Logistikstandorts
Veröffentlicht am: 10. August 2026
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Moderne Infrastruktur entsteht nicht über Nacht. Bis aus einer Vision ein leistungsfähiger Logistikstandort wird, vergehen oft viele Jahre. Zahlreiche Akteure aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft arbeiten dabei eng zusammen, um die Voraussetzungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung zu schaffen.
Auch der Multi Hub Westfalen folgt diesem Weg: Das Projekt zeigt beispielhaft, welche Schritte notwendig sind, um aus einer ersten Idee eine leistungsfähige Infrastruktur für den Güterverkehr von morgen zu entwickeln.
Am Anfang steht die Idee
Jede große Infrastrukturmaßnahme beginnt mit einer grundlegenden Frage:
Welche Herausforderungen müssen in Zukunft bewältigt werden und welche Lösungen bieten sich langfristig?
Steigende Güterverkehrsmengen, zunehmender Flächenbedarf und die Notwendigkeit, Transporte klimafreundlicher zu gestalten erfordern neue, nachhaltige Maßnahmen, die auch nach Jahren noch praktikabel sind.
Der ehemalige Rangierbahnhof Hamm bietet aufgrund seiner Größe, Lage und bestehender Schienenanbindung besondere Voraussetzungen, um auf diese Herausforderungen zu reagieren: Mit dem Kombinieren Verkehr können Gütertransporte verstärkt von der Straße auf die Schiene verlagert und nachhaltige Logistik gestärkt werden. Aus dieser Überlegung entstand die Vision des Multi Hub Westfalen.

Potenziale erkennen und bewerten
Gute Ideen können die Zukunft positiv beeinflussen. Doch bevor sie Realität werden, muss geprüft werden, ob sie tragfähig sind und wie sie erfolgreich umgesetzt werden können. Der erste Schritt ist deshalb immer eine fundierte Analyse.
Im Rahmen von Studien und Gutachten werden unter anderem folgende Aspekte untersucht:
- Welche wirtschaftlichen Potenziale bietet der Standort?
- Wie entwickeln sich Güterströme und Transportbedarfe?
- Welche Auswirkungen ergeben sich für die Region und den Arbeitsmarkt?
- Welche Anforderungen stellen Unternehmen und Logistikdienstleister an einen modernen Umschlagstandort?
- Welche Chancen ergeben sich für Klimaschutz und nachhaltige Mobilität?
Finanzierung
Sind die zentralen Fragen geklärt und wird das Projekt aus wirtschaftlicher, infrastruktureller und regionaler Sicht als positiv bewertet, geht es in die nächste Phase: die Klärung der Finanzierung und Zuständigkeiten für die weitere Umsetzung.
Beim Multi Hub Westfalen handelt es sich um ein strukturwirksames Projekt im Rahmen des 5-Standorte-Programms. Das bedeutet, dass die Projektbegleitung im Sinne der Stadt durch die Entwicklungsagentur für nachhaltigen Güterverkehr als Förderprojekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert werden kann.
Die spätere Realisierung des Multi Hub Westfalen wird dann finanziell von dem künftigen Investor getragen. Die Entwicklungsagentur steht diesem beratend zur Seite.
Entwicklungsagentur
Bevor der Bau beginnen kann, müssen Planungen konkretisiert und die Stadtgesellschaft in das Projekt eingebunden werden. Die EANG koordiniert diesen Prozess beim Multi Hub Westfalen.
Sie bringt Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Bürger:innen zusammen, organisiert Fachveranstaltungen und Kongresse, beauftragt Studien zur Ermittlung von Bedarfen und schafft so eine fundierte Grundlage für die nächsten Projektschritte. Gleichzeitig informiert sie transparent über den Projektfortschritt und dient als zentrale Anlaufstelle für Fragen und den Austausch zwischen Stadt, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Der Start in den Betrieb
Sind die Planungen so weit fortgeschritten, dass der Bau beginnen kann, wird aus einer Idee Realität. Als letzter Schritt folgt die Inbetriebnahme.
Der Weg von der Idee zur Infrastruktur ist lang – doch genau dieser strukturierte Prozess schafft die Grundlage für zukunftsfähige Lösungen.
Beitragsbild: Stadt Hamm, Thorsten Hübner